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Zwischen Spaß, Schweiß und Eskalation
Leckomio sind die Shooting Stars auf auf dem Augsburger Plärrer und in den schwäbischen Festzelten
Amore hallt es beim Modularfestival, Leckomio schallt aus den Festzelten. Die Augsburger Partyband ist in den letzten zwei Jahren zum Shootingstar rund um die schwäbischen Volksfeste avanciert. Walter Sianos traf Bene und Thomas zum Interview.
Leckomio, für eine Partyband ist das ein ziemlich guter Bandname. Das bleibt hängen.
Thomas: Genau das war auch unsere Intention und die Idee stammt von unserem Drummer Timm. Wir saßen im Proberaum und irgendwann fiel der Begriff Leckomio. Anfangs waren wir etwas skeptisch, aber umso länger wir überlegten, desto besser fanden wir es. Es gibt wohl niemand in Bayern, der dieses Wort nicht kennt und es passt auch zur bayerischen Bierzeltkultur.
Wie lange gibt es euch denn schon?
Bene: Eigentlich seit 2020, aber in dieser Konstellation seit zwei Jahren, da haben wir auch unsere GbR gegründet und seit dieser Zeit geht es konstant nach oben.
Thomas: Während der Pandemie durfte man nicht auftreten und da haben wir unser Fundament gelegt und ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Wir haben sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht.
Seid ihr musikalisch mit Blasmusik sozialisiert worden oder habt ihr auch in Rockbands gespielt?
Thomas: Ganz unterschiedlich, einige haben als Jugendliche in einer Blaskapelle musiziert, andere in klassischen Rockbands. Unser Gitarrist Domi hat sogar bei „Band des Jahres“ teilgenommen und es auch bis ins Finale geschafft. Gewonnen haben aber die Killerpilze.
Bene: Ich bin quasi im Bierzelt aufgewachsen, ich war schon als Knirps mit meinem Vater immer auf dem Bärenbergl und bin beim Kult-Wirt Charly Held auf dem Schoss gesessen. Bei mir reifte damals schon die Vision einer Bierzeltband.
Wie schafft man es ins Festzelt und wie lange dauert es, bis man einen Abendslot bekommt?
Thomas: Das ging überraschend schnell, durch Beziehungen ist der neue Wirt der Lechhauser Kirchweih auf uns aufmerksam geworden, hat uns daraufhin gebucht. Wir haben das Zelt zum Rocken gebracht und das hat dann schnell die Runde gemacht.
Bene: Ich habe früher im Binswanger-Zelt gearbeitet und kannte dadurch den Chef Thomas Kempter. Ich habe ihn solange beackert, bis er sich ein Konzert von uns angesehen hat. Das hat ihn überzeugt und das hat uns dann letztendlich das Tor geöffnet, wir haben uns im Augsburger Raum sehr schnell einen Namen gemacht.
2025 wurdet ihr vom Künstlermagazin KM zur besten Nachwuchsband gekürt. Ich denke mal, das hat sicher einen Schub gegeben.
Thomas: Das hat uns definitiv Reichweite gebracht, wir erschienen mit Berichten in verschiedenen Magazinen oder auf Social Media, dadurch wurden auch Festwirte auf uns aufmerksam.
Man hört und liest ja immer wieder vom bundesweiten Clubsterben. Volksfeste dagegen erleben seit Jahren einen Boom. Wie erklärt ihr euch das?
Thomas: Ein Vorteil ist sicher, dass man schon mit 16 Jahren ins Bierzelt darf. Die meisten Zelte sind bis 23:00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei, das ist für das junge Publikum optimal. Das Gögginger Frühlingsfest ist gerade bei der jungen Generation ein Hotspot. Gemeinsam in der Gruppe feiern, das trifft derzeit den Nerv der Zeit.
Wie oft probt ihr, wie viele Songs habt ihr im Repertoire?
Bene: Wir üben mindestens einmal pro Woche und haben inzwischen ca. 150 Nummern auf Lager, mit Medleys sogar 200. In unserem Programm sind derzeit ausschließlich Coverversion. Aber es ist nicht auszuschließen, dass wir in Zukunft auch eigene Stücke machen wollen.
Partyband, das klingt nach großem Spaß, kann aber auch zum Knochenjob ausarten, gerade im Sommer im Festzelt, stickige, heiße Locations, stundenlange Auftritte.
Bene: Wir bauen mit unseren Technikern selber auf und ab. Wenn wir in Augsburg spielen, dann sind wir ca. 13 Stunden auf den Beinen, bei Auswärtsfahrten demensprechend länger. Das geht dann schon ziemlich an die Substanz, auch für meine Stimme.
Ihr seid digital sehr aktiv, ihr postet Clips auf YouTube und in den sozialen Medien, dokumentiert euren Alltag als Band und bietet ein reichhaltiges Merchandising Sortiment an. Eure Strukturen sind schon ziemlich professionell.
Thomas: Das war auch von Beginn an unser Anspruch, wenn wir das machen, dann richtig. Wir sind ja eine rein Do-It-Yourself-Band, wir machen tatsächlich alles, vom Aufbau, Booking, Gestaltung… Social Media ist eines unserer wichtigsten Tools, damit erreicht man Veranstalter und Fans. In unserer Region kommen die Leute auch bewusst wegen uns und nicht nur weil ein Festzelt steht.
Neben dem Plärrer habt ihr auch schon einige Auftritte auswärts gespielt, wie beim traditionellen Gäuboden in Straubing. Habt ihr schon das Oktoberfest im Visier?
Bene: Wir werden immer wieder darauf angesprochen, aber da gehen die Meinungen bei uns auseinander. Klar, die Wiesn ist das größte Volksfest der Welt, aber das ist ein echt harter Job, denn die Gruppen, die dort auftreten, spielen 2 1/2 Wochen täglich durch. Die Konkurrenz ist groß, die Festwirte haben zahlreiche Bewerbungen und das drückt auch den Preis.
Thomas: Und außerdem ist es den Leuten auf dem Oktoberfest mehr der weniger egal, wer auf der Bühne steht, da fehlt schon der regionale Bezug.
Mit Roy Bianco kommt derzeit eine der erfolgreichsten deutschen Acts aus Augsburg. Covert ihr Stücke von ihnen und seid ihr ihnen schon mal begegnet?
Thomas: Wir kennen sie, denn sie proben im selben Gebäude und wir sind wir uns ein paar Mal begegnet. Wir sind große Fans von ihnen und waren schon auf mehreren Konzerten.
Bene: An Roy Bianco kommt man im Bierzelt nicht vorbei, ihre Songs werden vom Publikum gewünscht und sobald wir damit loslegen, steigt die Stimmung immer rapide an!
Die Saison ist mit dem Gögginger Frühlingsfest gestartet. Wie viele Gigs stehen für 2026 an?
Thomas: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, maximal 25 Show zu spielen und wir sind jetzt schon bei über 30. Mehr ist nicht drin, weil jeder von uns Verpflichtungen hat. Einer studiert Medizin, einer ist Pilot und einige haben Familie und Kinder.
Bene: Ich lebe von der Musik. Ich trete auch solo oder im Duo als Entertainer, Alleinunterhalter bei Hochzeiten oder Firmenfeiern auf und derzeit stehen alleine dieses Jahr schon 80 Veranstaltungen fest. Musik ist einfach mein Ding.
Da werden sich eure Visionen in Grenzen halten.
Wichtig ist vor allem, dass wir Spaß haben und uns weiterhin so gut verstehen. Alles andere bringt die Zeit. Und wer weiß, vielleicht landen wir mit unserer eigenen Musik eines Tages doch noch eine goldene Schallplatte. Die Amigos waren alle über 50, als es soweit war. (ws)
Besetzung:
Bene: Gesang
Pat: Gesang
Thomas: Tasten/Keys
Laurin: Trompete/Bass
Joe: Gitarre
Domi: Gitarre
Timm: Drums
www.leckomioband.de






