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Modular 2026: Vorfreude auf das Festival
Stadtjugendring Augsburg richtet den Blick nach vorne / 2027 wird zum Entwicklungsjahr für Jugendpartizipation, Jugendkultur und tragfähige Strukturen. Bis dahin heißt es: Jetzt erst recht!
Das Modular Festival findet 2026 wie geplant statt. Der Stadtjugendring Augsburg, das Festival-Team, die Ehrenamtlichen und viele Besucher*innen freuen sich auf ein Festivalwochenende voller Musik, Begegnung, Jugendkultur und Gemeinschaft. Gleichzeitig richtet der Stadtjugendring Augsburg schon jetzt den Blick bewusst nach vorne: Das Modular bleibt und wird sich verändern. Für 2027 ist ein Entwicklungsjahr geplant: mit mehr Zeit und Raum für neue urbane und dezentrale Formaten sowie tragfähigen Strukturen für das Modular in Augsburg. Hintergrund sind veränderte Rahmenbedingungen in der gesamten Festivalbranche. Steigende Kosten für Sicherheit, Technik, Infrastruktur, Energie und Personal treffen auf einen Markt, in dem Ticketpreise nicht beliebig erhöht werden können, ohne junge Zielgruppen auszuschließen. Dadurch wächst der Druck auf große Festivalformate – finanziell, organisatorisch und strukturell.
Warum sich Modular verändern muss
Zugleich verändern sich Erwartungen und Bedürfnisse junger Menschen. Heidi Hofstetter, Geschäftsführerin des Stadtjugendring Augsburg, ordnet diese Entwicklung fachlich ein: „Junge Menschen wollen heute nicht nur Angebote besuchen. Sie wollen mitgestalten, mitreden und erleben, dass ihre Perspektive Wirkung hat. Deshalb ist es richtig, Modular noch stärker als Beteiligungsraum für Jugendliche und damit die nächste Modular-Generation weiterzuentwickeln. Genau darin liegt der Auftrag des Stadtjugendrings und darauf wollen wir uns zukünftig eben noch mehr fokussieren.“
Der Stadtjugendring hat diese Entwicklung auf der Vollversammlung am vergangenen Donnerstag, dem höchsten Gremium des Jugendrings, als strukturelle Herausforderung beschrieben, die nicht allein organisatorisch, sondern auch inhaltlich beantwortet werden muss. „Diese Thematik stellt uns bereits seit einigen Jahren vor große Herausforderungen und ist bei jeder der zurückliegenden Vollversammlungen Thema. Daran sieht man, wie sehr uns als Vorstand und die Augsburger Jugendverbände das Thema Modular beschäftigt und bewegt. Ein Projekt dieser Größenordnung kann dauerhaft nur verantwortungsvoll umgesetzt werden, wenn Auftrag, Finanzierung, Struktur und Fürsorge miteinander im Einklang stehen,“ mahnt Fabienne Kündgen, ehrenamtliche Vorsitzende des SJR an. Heidi Hofstetter ergänzt: „Ein Festival dieser Größenordnung braucht verlässliche Strukturen. Es geht nicht nur um Budgets, sondern in erster Linie um Menschen, Verantwortung und Planungssicherheit. Wenn wir Modular langfristig erhalten wollen, müssen wir Risiken reduzieren, Zuständigkeiten klarer definieren und Rahmenbedingungen schaffen, die dem Projekt gerecht werden. 2027 ist deshalb kein Stillstand, sondern ein notwendiger Entwicklungsraum.“
Die Stadt Augsburg trägt diesen Weg mit. Oberbürgermeister Dr. Florian Freund sagt: „Modular ist ein wichtiges Jugendkulturangebot für Augsburg. Gerade deshalb ist es richtig, jetzt gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und nicht nur auf kurzfristige Entwicklungen zu reagieren. Der Stadtjugendring und die Stadt Augsburg gehen diesen Weg im Schulterschluss: mit dem Ziel, Modular langfristig zu sichern, seine Potenziale besser zu nutzen und ein starkes, offenes und jugendgerechtes Kulturangebot für Augsburg weiterzuentwickeln.“
Wie Modular 2027 neu gedacht wird
Der Stadtjugendring will das Modular künftig noch konsequenter auf seinen Kern ausrichten: Jugendkultur, Beteiligung, Ehrenamt und Stadtgesellschaft. Es geht nicht darum, Modular kleiner zu denken, sondern seine Wirkung zu stärken. Auch aus Sicht der Stadt Augsburg ist die Neuausrichtung ein wichtiger Schritt für die Jugendkultur. Dirk Wurm, Bürgermeister für Soziales und Sport der Stadt Augsburg, unterstützt den eingeschlagenen Weg: „Der Stadtjugendring hat seine Kernkompetenzen im Bereich Jugendarbeit, Jugendpartizipation und Ehrenamt. Genau diese Stärken braucht Augsburg. Wenn Modular künftig noch gezielter auf junge Menschen und ihre Themen ausgerichtet wird, stärkt das nicht nur ein Festival, sondern die Jugendkultur in der ganzen Stadt.“
Tatjana Dörfler, künftige Referentin für Bildung und Kultur der Stadt Augsburg, sieht in der Weiterentwicklung ebenfalls eine große Chance: „Das Modular hat seit jeher eine besondere kulturelle Strahlkraft. Die geplante Neuausrichtung eröffnet die Möglichkeit, insbesondere Jugendkultur breiter, zugänglicher und stärker in der Stadtgesellschaft zu verankern.“
Fabienne Kündgen, Vorsitzende des Stadtjugendrings Augsburg, sieht darin vor allem eine inhaltliche Chance: „Modular war nie nur Bühne, Gelände und Musikprogramm. Das Modular war, ist und bleibt ein Jugendkulturfestival und „Jugend“ wollen wir wieder großschreiben. Das ist unser originärer Auftrag und dem kommen wir nach. Wir wollen junge Menschen nicht nur als Publikum erreichen, sondern als Mitgestaltende ernst nehmen. Und wenn man schon jetzt genau hinschaut, dann sieht man, dass es, wie die Jahre zuvor, auch ein Modular 2026 nicht ohne die 500 Volunteers und die vielen Ehrenamtlichen in der Denkwerkstatt geben würde, die in ihrer Freizeit das Modular mit viel Herzblut gestalten und leben. 2027 gibt uns die Möglichkeit, auch ihnen noch besser zuzuhören, neue Formate zu erproben und das Modular näher an die Lebensrealität der Augsburger Jugendlichen junger Menschen zu bringen.“
Zeit und Raum
Für 2027 wird Modular unter dem Leitgedanken „Zeit und Raum“ weiterentwickelt: dezentraler, urbaner und noch ein Stück näher an den Lebenswelten junger Menschen. Denkbar sind Pop-Up-Format, Modular Camps, Beteiligungsformate, kleinere Bühnen oder Angebote an verschiedenen Orten in der Innenstadt und in den Stadtteilen. Entscheidend ist: Modular soll sichtbar bleiben, aber anders: noch näher dran an jungen Menschen und offener in den Formaten. Die Zielgruppe muss nicht zum Modular kommen. Das Modular kommt zur Zielgruppe, zu den Jugendlichen: an ihre Orte und zu ihren Themen. Modular wird 2027 zur Einladung an junge Menschen in Augsburg: Bringt euch ein, gestaltet mit und zeigt, welche Jugendkultur diese Stadt braucht.
Erste Impulse für diesen Entwicklungsprozess werden bereits beim Modular 2026 gesammelt. Am Stand des Stadtjugendrings können Besucher*innen auf dem Festival Ideen einbringen und sichtbar machen, welche Aspekte der Jugendkultur sie sich für Augsburg und das Modular wünschen.
Der Stadtjugendring und die Stadt Augsburg stimmen die nächsten Schritte gemeinsam ab. Ziel ist ein verlässliches jugendkulturelles Angebot mit einer langfristigen und tragfähigen Organisationsstruktur.






