Augsburger Verein "Pa*radieschen e.V." erneut auf Haussuche

Hauskauf in letzter Sekunde geplatzt: Augsburger Verein "Pa*radieschen e.V." erneut auf Haussuche

Der geplante Kauf des alten Pfarrhauses in der Kanalstraße 2 durch den „Pa*radieschen Augsburg e.V.“ wird nicht stattfinden. Nach Monaten der intensiven Arbeit wurde vom Verkäufer im letzten Moment entschieden, an den Höchstbietenden zu verkaufen. Der „Pa*radieschen e.V.“ wollte in dem Gebäude neben sozialverträglichem und langfristig bezahlbarem Wohnraum auch einen öffentlichen Begegnungsort für das Viertel schaffen. Nach dem geplatzten Hauskauf ist der Verein nun erneut auf der Suche nach einer passenden Immobilie, um diese Ziele umzusetzen.

Vergangenen November erschien nach jahrelanger Suche das Haus auf dem Immobilienmarkt, nach dem der "Pa*radieschen Augsburg e.V." Ausschau hielt: Ein zentrumsnahes Gebäude, welches Wohnraum für 15 bis 20 Personen und zusätzlich die Möglichkeit bietet, ein offenes Angebot für das Viertel zu schaffen. Auch wenn der Preis von 2 Millionen Euro die finanzierbare Obergrenze von Pa*radieschen darstellte, ließ sich der Verein auf das Projekt ein. Nachdem die Vereinsmitglieder es in drei Monaten intensiver Arbeit schafften, einen Teil der Summe in Form von niedrig verzinsten Krediten von Privatpersonen einzuwerben und zusätzlich einen Bankkredit zu beschaffen, ist der Traum nun geplatzt.
"Die Profitgier auf dem hochspekulativen Immobilienmarkt hat mal wieder verhindert, langfristig sozialverträglichen Wohnraum zu schaffen", so Maximilian Schorer vom Pa*radieschen e.V.
Der Verkäufer hatte in der Zwischenzeit das Haus erneut zu einem höheren Preis inseriert, welcher nach dem Finanzierungsmodell des Vereins zu einem Quadratmeterpreis führt, der über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Diese Erhöhung konnte der Verein, der das Ziel verfolgt, langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht mittragen. Eine Absage von Seiten des Verkäufers erfolgte jedoch erst Stunden vor dem vereinbarten Notartermin zur Unterzeichnung des Kaufvertrags. Er werde das Haus nicht zum ursprünglichen Preis verkaufen und sei zu keinen weiteren Gesprächen bereit. Über die zukünftige Verwendung des Gebäudes lässt sich bis jetzt nur spekulieren.

Magdalena Lutzeyer fasst die Gefühle aller Unterstützer:innen in einem Satz zusammen: "Die monatelange, intensive Arbeit für ein sozialverträgliches Wohnprojekt und ein öffentliches Angebot in der Jakobervorstadt-Nord wird durch das rein profitorientierte Handeln eines Einzelnen zerstört".
Der Verein sucht nun wieder nach einem leerstehenden Haus, um das Ziel, gemeinschaftlichen Wohnraum zu schaffen, umzusetzen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten. "Wir haben in den letzten Monaten von hunderten Menschen Unterstützung für unser Projekt erhalten. Deshalb machen wir weiter und glauben fest daran, dass wir unsere Ziele auch in einer anderen Immobilie verwirklichen werden können", so Max Schorer vom Verein. (pm/max)

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