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Oben-Ohne-Demo gegen Sexualisierung
"Gleiche Brust für Alle" - Oben-Ohne-Demo gegen Sexualisierung
"Gleiche Brust für Alle!" Unter dieser Forderung organisiert das Oben-Ohne-Kollektiv Augsburg am Freitag, den 14. Juli 2023, eine Demonstration gegen die Sexualisierung von Körpern, als eine Form patriarchaler Unterdrückung. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr am Ulrichsplatz und zieht anschließend durch die Innenstadt. Das Kollektiv definiert sich als queer-feministische Gruppe, die durch verschiedene Aktionen, wie gemeinsames Oben-Ohne-Baden, Bildungsarbeit und die jährliche Oben-Ohne-Demo, auf diese Problematik aufmerksam macht.
Körper werden in unserer Gesellschaft unterschiedlich bewertet. Diese Bewertung erfolgt immer aus einem männlichen Blick und bestimmt was schön oder akzeptiert ist. Weiblich zugeschriebene Körper werden dabei häufig auf eine sexualisierte Ebene reduziert. Darauf basiert übergriffiges Verhalten gegenüber weiblich zugeschriebenen Personen, aber auch generell eine Ungleichbehandlung. Während männlich zugeschriebene Menschen problemlos Oben Ohne sein können, wird es bei weiblich zugeschriebenen Menschen direkt sexualisiert. "In vielen Schwimmbädern kann ich zwar schon problemlos Oben Ohne sein, aber die sexualisierende Bewertung meines Körpers und die damit verbundenen ekelhaften Blicke und unangenehmen Situationen sind immer noch Teil meiner Schwimmbad-Besuche." sagt Ronja vom Oben-Ohne-Kollektiv. In anderen öffentlichen Räumen wird Oben Ohne für weiblich zugeschriebene Menschen außerdem nach wie vor als Straftat ausgelegt. Auf Instagram werden weiblich zugeschrieben Nippel zensiert. Und wenn ein Kind gestillt wird, dann soll das möglichst bedeckt geschehen.
"Laufe ich an einem warmen Sommertag oberkörperfrei durch die Innenstadt, muss ich beispielweise mit einer Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses rechnen, während männlich zugeschriebene Menschen das problemlos tun können - das ist nicht gerecht! Ich kann mir nicht aussuchen, wie ich meinen Körper zeige oder was ich mit ihm mache." erklärt Fredda. Diese Einschränkung passiert aufgrund der sexualisierenden Bewertung, und ist daher eine Form patriarchaler Unterdrückung, gegen die sich das Oben-Ohne-Kollektiv am 14.Juli stellen möchten.
In unserer Gesellschaft haben wir gelernt, Menschen aufgrund von äußerlichen Merkmalen in ein binäres Geschlechtersystem von Frau und Mann einzuordnen. Dieses Binäre Geschlechtersystem ist aber nur ein Konstrukt, also ausgedacht. Es dient dazu Menschen zu kategorisieren und Machtverhältnisse klar aufzuteilen und zu erhalten.
Es gibt allerdings viele andere Geschlechtsidentitäten, die sich nicht von außen bestimmen lassen. Menschen, die sich nicht in dieses System einordnen lassen, wird die Existenz abgesprochen, sie erfahren Diskriminierung bis hin zu Gewalt und werden zwanghaft in das binäre System eingeordnet. Aus diesem Grund sprechen wir von männlich und weiblich zugeschriebenen Körpern. Mit dieser patriarchalen Fremdzuschreibung gehen stereotypische Diskriminierungen, wie z.B. auch eine Sexualisierung weiblich zugeschriebener Körper einher. Deshalb betont das Oben-Ohne-Kollektiv, dass Sexualisierung nicht nur Frauen betrifft.
"Das Kollektiv ist der Meinung das jeder Mensch frei zu entscheiden hat, ob der Oberkörper bedeckt wird oder nicht. Das gleiche Recht muss für alle Menschen gelten! Am Freitag auf der Straße zu sein, ist einer von vielen wichtigen Schritten im Kampf gegen Unterdrückung, Diskriminierung und gegen sexualisierte Gewalt!“ erklärt Tilia, Mitglied des Oben-Ohne-Kollektiv Augsburg.
locations
St. Ulrich und Afra
St. Ulrich und Afra
Ulrichsplatz 19
86150 Augsburg
Deutschland






